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Samstag, 23. August
(Hamburg) Ach welch Glück. Noch in diesem Jahr sollen Internet-Adressen mit Umlaut möglich sein. www.lessmöllmann.de, juhuuu! Doch Moment. Was ist mit meinem geliebten ß? www.leßmöllmann.de? Geht das auch? Oder wird es wieder unterdrückt, diskriminiert, dieser schöne zweibäuchige Buchstabe, "mein" Buchstabe, mein ß, dieser schriftgewordene Nervkram, der sich langsam aus dem kulturellen Gedächtnis stiehlt ("Wie schreibt sich Ihr Name? Mit scharfem S? Wasn das, scharfes S? Hahahaaaa, scharfes S, sehr guter Witz, meine Gnädige. Ach so, SZ? Also, Leszmöllmann, prima, sagen Sie das doch gleich"). Er stirbt aus, der Buchstabe, bei der Schreibung in Großbuchstaben wird er verbannt;
jedes Formular ist also indirekt eine Attacke auf diese Letter, und peu à peu stiehlt er sich aus meinem Nachnamen.
Ich sehe schon, es wird kein www.leßmöllmann.de geben. Und der Rest der Online-Welt wird es mir danken ("Which letter do you mean?! Never heard of this. Fun stuff. You Germans. German Bratwörst with Kraut. Hahahahaaaaaaa").
Dienstag, 19. August
(Hamburg) Schill out!
Ich sitze so in der U-Bahn und schaue so vor mich hin, da setzt sich ein Afrikaner neben mich. Ein paar Minuten starrt er in die gleiche Richtung wie ich, nämlich aus dem Fenster, dann nimmt er plötzlich ein Papier von dem bunten Stapel, den er in der Hand hat, und streckt ihn mir kommentarlos hin. Ich, erstaunt: Was 'n das? Er: Lesen Sie! Ich: Na gut (er lacht irgendwie glücklich, und ich denke, naja, wird schon was nettes sein).
Es ist die auf fröhlich orangem Papier ausgedruckte Pressemitteilung, dass von Beust die Faxen dicke hat und Schill entlässt. Zack, bum! Wegen charakterlicher Mängel. Nun. Das merkt Herr Beust erst jetzt? Egal, der Afrikaner verteilt seine bunten Zettel im ganzen Waggon und erzählt allen, dass heute Abend eine Jubelparty in der Flora steigt. Tolle Sache. Man kann die Nachrichten noch schneller verbreiten als das Internet: Ausdrucken und in die U-Bahn steigen...
Donnerstag, 7. August
(Hamburg) "Die Wüste lebt", ein Netzwerktag für Medienschaffende in der Hamburger Handelskammer am 25. Oktober 2003.
Entwerft eure Zukunft, ihr Schreiber dieser Welt!
Mittwoch, 6. August

Hier ein paar boa-ej-Bilder: Annette steuert die "UCA", die bei der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge den 3. Platz belegt hat; hier segelt die UCA allerdings ein wenig später in der sicheren Kieler Förde (das Ganze spielt im Juli - erst Tage später wird die Förde von einem verirrten Finnwal unsicher gemacht; so ein Finnwal kann so einer zartrumpfigen Rennziege schon den Garaus machen. Hat er aber nicht getan. Fand ich nett). Rechts im Bild ürigens die durchaus adelstaugliche Silhouette des Schauspielers Horst Janson.
Zweites Bild: Jörn Bock (der normalerweise die "Yacht" herausgibt) zupft an dem 98 000-Euro-Großsegel, und Annette schaut zu. Das war alles sehr aufregend, Leute!
Dienstag, 5. August
(Hamburg) Ok, ich werde nie wieder darüber klagen, dass mein Büro "ja nur Nordseite" hat. Hier ist es so angenehm kühl, liebe Leute... gestern war ich zum Beispiel beim Finanzamt, und die Finanzbeamtin briet bei 35 Grad ("sie" briet, sie briet nicht "etwas", sondern "sie" briet; das hat hoffentlich positive Auswirkungen auf meine Steuererklärung, obwohl... als ich das Zimmer verließ, sah ich gerade noch, wie meine Unterlagen auf dem großen Stapel landeten, den ihr Kollege nächste Woche abzuarbeiten haben wird...). Überhaupt fühle ich mich nach Spanien zurückversetzt: Die Leute gehen in der Hitze schon ganz anders auf der Straße, sie wandeln geradezu, schreiten, langsam voran, Schweiß vermeidend, in luftigen Gewändern, Barmbeker Matronen, denen der seltene Wind die grob gefärbten Haare bis zum grauen Haaransatz
zerwühlt, tragen durchsichtige Plastekleidchen mit Schlitz, unter denen man die Riesenschlüpfer sieht (Schlüpfer - Wort von meiner Großmutter, es gibt, glaube ich, kaum ein Wort, das so unerotisch ist wie dieses).
Montag, 4. August
(Hamburg) Ach es ist so heiß, dass mich selbst Dinge dieser Art erheitern können.
Freitag, 1. August
(Hamburg) Es ist zu heiß zum Schreiben. Also schreibe ich nix. Bzw. nur noch "gegen Geld", höhöhö (und ab und zu preise ich einen Lehrer, zum Beispiel hier).
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