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Montag, 13. Dezember
(Mannheim) Berlin-Dialog 1. Eine ältere Frau und ihr, wie man aus den Gesprächen entnimmt, Sohn, in der U-Bahn nach Alt-Mariendorf. Man unterhält sich berlinernd und macht vom Äußeren her den leicht abgehalfterten Herz-mit-Schnauze-Eindruck, kleidet sich in Fallschimrseide und lebt irgend wie vor sich hin in den schwach beleuchteten Schlafstädten des Berliner Westens, in denen Atze in die Eckkneipe jeht und Mampe Halb und Halb trinkt. "Setzte dir hin?", fragt der Sohn, während er sich auf einen von zwei freigewordenen U-Bahn-Plätzen plumpsen lässt, wobei seine Tennissocken samt Adiletten freigelegt werden, ein schöner Anblick. "Wat ne Frage", sagt die Mutter, die aber stehen bleibt und den Sitz kritisch beäugt, "wat frachste denn so blöde, türlich setz ick mir hin, wat soll ick mir denn nich hinsetzen, bist du der
einzige, der hier sitzt?" "Naja", sagt er, "weeste, in Zeiten von Hartz vier, da weess ick nich, ob de für dein Fahrschein och noch en Sitzplatz kriegt, oder ob de da nich stehn bleim musst". "Ja, da haste recht", sagt sie, und setzt sich ganz vorsichtig, "ist zwar ein Fahrschein, aber kein Sitzschein, wa".
Dienstag, 7. Dezember
(Mannheim) Die Süddeutsche setzt in mehreren Artikeln auseinander, dass PISA eigentlich nur die Fähigkeit testet, Tests zu bestehen, nicht aber das, was eigentlich getestet werden soll, nämlich Lesekompetenz, Matheschläue etc. In mein morgendliches Hirn bohrt sich da gleich so eine Vision von finnischen Trainingslagern, sponsored by Nokia, in denen die Schüler die 17 Tricks lernen, um gut durch PISA-Tests zu kommen. Raten soll zum Beispiel ganz gut funktionieren, schreibt Jens Bisky, ansonsten die übliche Testschläue - was will der Lehrer? Und nicht mehr oder weniger gebe ich ihm, ob ich es nun verstanden habe oder nicht.
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