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Montag, 20. November
(Mannheim) Ich lese bei Bertrand Russell, Lob des Müßiggangs, und bei Wolf Lepenies dasselbe, was mich erheitert, denn zwischen den beiden liegen Jahrzehnte, vier, um genau zu sein; Russells Betrachtungen erschienen 1957. Beide empfehlen: Leute, arbeitet weniger. Wer weniger arbeitet, lässt den anderen was übrig. Und außerdem hört er auf, sich nur dann als vollwertiger Mensch zu begreifen, wenn er ein arbeitender Mensch ist. Lob des Müßiggangs? Lob der Muße! Das nimmt den Druck vom Arbeitsmarkt. Was 1957 wie die launige Empfehlung eines bekennenden Vielarbeiters geklungen haben mag, wird bei Lebenies zum Aufschrei: Leute! Arbeitet! Weniger! Oder uns fliegt hier alles um die Ohren.


 

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(c) Annette Leßmöllmann