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Montag, 26. Februar
(Mannheim) Jetzt habe auch ich es mal mitgekriegt, dass ich gebloggt werde: Teri's tell all, Anja Riegers Blog
Und noch mehr Kurioses von Amazonasvölkern, die partout nicht zählen wollen: livejournal.com
Montag, 26. Februar
(Mannheim) Und wenn die PR-Maschine dann läuft, dann läuft sie richtig: Melissa Etheridge singt bei den Acadamy Awards, weil sie ja auch zu Al Gores Klimakatastrophenfilm gesungen hat, der seinen Oscar bekam - und über ihrem Kopf prangt das:
Interessant, zu sehen, wie unterschiedlich Willensbildung diesseits und jenseits des Atlantiks funktioniert. In Deutschland etwa dachten manche Menschen schon in den 70ern darüber nach, ein sparsames Auto zu kaufen (ja, das gab es! Genauso wie den Feminismus. Den gab es auch mal, und es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.) Es gab eine schleichende grüne Kraft, die dann schließlich (und das war schon fast amerikanische Schnelligkeit) sogar in einen grünen Außenminister mündete (Pointe: Er lehrte jetzt für ein Jahr in Princeton).
Aber die wirklich interessanten spritsparenden Autos, die werden in Japan gebaut. Warum eigentlich? Interessiert das deutsche Ingenieure nicht? Offenbar hat man hier einfach zu lange geglaubt, dass die Ingenieurskunst nach 150 Jahren der revolutionären Entdeckungen jetzt nur noch für Deko zuständig ist, für Sitzheizungen und einen schmeichelnden Fensterhebersound. Falsch gedacht! Erstens.
Und zweitens: Hey, bei der Oscarverleihung wird dieser Spruch eingeblendet. Und was wird in Deutschland eingeblendet? Ich habe leider diese Sixt-Werbung nicht fotografiert, die an den Bahnhofstationen prangte. Ein SUV, von vorne, so dass man gleich ein bissl Angst bekommt, und ein Spruch dazu von der Art - hey, Ihr bescheuerten kleinen PKW-Zwerge, jetzt komm ich und ich bin größer und schneller als ihr!
Dolle Sache.
Montag, 26. Februar
(Mannheim) Wir könnten doch den ganzen doofen Kapitalismus samt CO2-Ausstoß ins Second Life verbannen und dafür hier auf der echten Erde friedlich leben. Wär das nicht was?
Montag, 19. Februar
(Mannheim) Es gibt wahrscheinlich nur wenig Erbaulicheres, als im Frankfurter Westhafen zu lustwandeln und über die neue Hafenarchitektur zu lästern (blöde Balkone; kein öffentlicher Raum; Ischen, die aus doofen Autos steigen und dumme Tüten aus dem Kofferraum zerren, nee nee), dann in die Frankfurter Botschaft zu gehen, schrecklich affektierte Hamburger (nein, das muss kein Widerspruch sein) am Nebentisch sitzen zu haben und, ja, zu lästern, natürlich nur innerlich, wo denkt Ihr hin; dann Vanity Fair von dem Stapel Stilzeitschriften zu nehmen (ich erwähne hier mal das Wort Stil, nur so, um den Leser auf das vorzubereiten, was kommt) durchzublättern, die deutsche Ausgabe natürlich, um dabei, ja, natürlich,
ganz schrecklich zu lästern, und diesmal laut (was hat Till Schweiger mit Stil zu tun?! Egal), und dann vom Kellner zu hören: "Könnten Sie jetzt bitte zahlen? Ich mach mich nämlich vom Acker. Und Sie müssen den Tisch jetzt eh räumen, wir erwarten eine größere Gesellschaft." und, ja, wieder zu lästern (so viel zum Thema Stil), allerdings erst draußen, denn nach dieser Ansage haben wir uns unsererseits schleunigst vom Acker gemacht (und ich habe noch nie in meinem Leben nur 20 Cent Trinkgeld gegeben, aber ich fürchte, die Strafe war zu subtil, dennoch befriedigend, für mich, so innerlich).
Alles in allem ein wunderbarer Nachmittag.
Weitere kulinarische Erlebnisse (denn auch in Frankfurt kann man essen gehen, und nicht alle Kellner sind wie dieser) auf www.kochen-bei-starkwind.de, woran wir gerade bauen. Freut Euch, Leute. Entschuldigt die vielen Klammern. Guten Appetit.
Donnerstag, 8. Februar
(Mannheim) Habe das deutliche Gefühl, dass es großartigen Autoren nicht gut tut, nach Paris versetzt zu werden. Ullrich Fichtner, Spiegel, vormals Spiegel Reporter (erinnert sich jemand? War ein schönes Projekt), vormals Zeit Dossier, vormals Frankfurter Rundschau, lamentiert jetzt auf Spiegel Online über den Verlust des Esszimmers.
Habe das deutliche Gefühl, dass man in Paris, auf dem wahren oder gefühlten Olymp des Geschmacks angekommen, meint, sich nicht mehr anstrengen zu müssen. Herr Fichter! Etwas mehr Verve und Spracheslust! Wenn schon dieses Thema, dann doch mit mehr Schmackes. Sonst versetzen wir Sie nach Rio.
Sonnntag, 4. Februar
(Mannheim) "Life on Mars" auf Kabel1: Ein Polizist wird ins Jahr 1973 katapultiert und ermittelt dort weiter, diesmal in Begleitung raubeiniger Kollegen mit Schwalbenschwänzen als Hemdkragen. Sehr lustig. Am Anfang ist Sam noch irritiert, dass man Anfang der 70er auf "seinem" Manchester-Polizeirevier Verdächtige einfach verhauen und alle Frauen "Muschis" nennen kann, ohne selbst verknackt zu werden (oder dem Scheiterhaufen der Political-correctnes-Inquisition anheimzufallen, was noch schlimmer ist). Aber am Ende von Folge zwei (er hat sich gerade mit seinem Chef geprügelt, und nun beginnt wohl eine wunderbare Männerfreundschaft) scheint er auf den Geschmack gekommen zu sein. Wir sind gespannt auf die nächsten Folgen und empfehlen die Serie aufs Wärmste. Nur im Trash findet das Fernsehen zu seiner wahren Bestimmung!
Und das ist echt besser als Big Brother, Leute. Mehr davon!
Samstag, 3. Februar
(Mannheim) Prima, das mit dem Klima. Endlich mal ein Problem, das wirklich alle angeht.
Rauft Euch zusammen, Leute!
Das kann dem globalpolitischen Klima nur guttun, sag ich jetzt hier mal so.
Und fahrt Fahrrad.
Dann wird schon alles gut.
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