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Dienstag, 5. Juni
(Mannheim) Allegra-Möller wird Chef der Park Avenue! Leute, das ist ein gutes Zeichen. Lasst Euch nicht davon in die Irre führen, dass der Mann ewig in der Bild-Chefredaktion herumgelungert hat. Andreas Möller hat die Allegra gemacht, als sie Sybille Berg und Benjamin von Stuckrad-Barre als Autoren pflegte und hemmungslos avantgardig auftratt, von popligen Hamburger Zeitungsmarkt aus, zu einer Zeit, als man noch den "Raben" kaufen musste, jaja, diese trashige Literaturkompilation, die auch mal Tex Rubinowitz gestalten durfte (jaja, genau, der von riesenmaschine.de und HoeflichePaparazzi.de, Ihr wisst schon), naja, sowas musste man kaufen, um beim Zeitschriftenlesen Spaß zu haben, und eben die Allegra. Wobei Sybille Berg wirklich genial und Stuckrad-Barre total überschätzt ist, aber das ist jetzt wurst. Was zählt, ist, dass Möller bewiesen hat, dass auch eine Frauenzeitschrift geistvoll sein kann und sich dabei gut verkauft, lang genug hat sie sich ja ganz gut verkauft, das wollen wir jetzt mal nicht vergessen. In Zeiten von Laura und Lisa und dem ganzen Trash, wo man als Frau am Zeitschriftenstand nur "Duck and Cover" spielen und aus Verzweiflung über seine Geschlechtsgenossinnen gegen Wände rennen mochte, hat er gezeigt, dass es auch anders geht. Jau. Mal sehen, ob er aus dem eigenartigen Hochglanz-ohne-Glamour-Blättle auch noch was rausholen kann. (Ich kann ja immer nur sagen: Leute, lest den New Yorker, das reicht - und man weiß dann auch, was zwei Wochen später so durch die deutschen Feuilletons rattert.)

Montag, 4. Juni
(Mannheim) ad G8: Hey, Leute, trefft Euch doch nächstens im Second Life.


 

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(c) Annette Leßmöllmann