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Samstag, 26. Mai
(Mannheim) Ach Leute - trefft euch doch nächstens auf Helgoland. Oder Sansibar. (ad G8, 1)

Wie haben die eigentlich diese Schnüffelproben erhoben, bei den potentiellen G8-Gegnern? Unterhöschen jeklaut? (ad G8, 2)

Montag, 21. Mai
(Mannheim) Ad "Ausgewanderte Wörter": Hier mal wieder ein bisschen Zulu.

die Postkarte = iposikhadi
Wo ist die Toilette? = likuphi itholethe?
Und: "Deutsch" heißt isiJalimane. Die Sprache der Alemannen.

In "english for journalists" finde ich ein Liste von Fremdwörtern, die der Journalist kennen sollte. Da liest man schöne Sachen: "verkramp" = narrow-minded, illiberal in apartheid South Africa (Africaans). (Ich mochte ja auch die "Aberjetzes" sehr, so nannten die Buren wohl ihre deutschen Arbeitgeber in Südafrika, die mit ihrer Arbeit nicht zufrieden waren und dann immer mit "Aber jetzte nochmal alles von vorne, aber jetze richtig" daher kamen, sagt man.) Und dann findet sich natürlich der Übermensch, das wunderkind, der zeitgeist, der Sturm und Drang, die Schadenfreude, die gestalt (die Regeln des Groß- und Kleinschreibens sind lustig; sind es Regeln? Das werden wir herausfinden), gemütlich, der Lebensraum (oh Schreck! Auch das noch!), der Gastarbeiter, die Götterdämmerung (weia), der ersatz (hihi), angst und blitz und natürlich das leitmotiv/f. Und verboten. Hintereinander weggelesen eine irgendwie stimmige und durchaus irritierende Liste.

Montag, 7. Mai
(Mannheim) Merci, Segolène.

Samstag, 6. Mai
(Frankfurt/Main) Das Nette am Frankfurter Zoo ist nicht nur, dass er nett ist und außerdem ein stoischer Losverkäufer dort arbeitet, der fast nichts sagt, wenn man einen Haufen Lose kauft, selbst eine Große-Los-Einkaufaktion wird kommentarlos hingenommen, aber wenn der Gatte sich nähert, heißt es: Ja, die! Die hat hier richtig zugeschlagen. Sehr lustig. Vielleicht gehört er noch zu der Sorte Männer, die mit Frauen nicht spricht. Unterhaltsam. Trifft man heute nur noch im Zoo. Jedenfalls ist das Nette am Frankfurter Zoo, dass es sehr normal ist, dort hinzugehen. Ich meine: Man kann als kinderloses Paar in den Zoo gehen, ohne irgendwie aufzufallen. Jeder Frankfurter geht in den Zoo. "Oh, ihr wart im Zoo. Habt ihr die Kiwis gesehen? Die haben Junge!"

Elternstolz.

Jedenfalls weiß ich auch nicht genau, warum mir das bei Reggae und Ska im Dreikönigskeller durch den Kopf schießt (ein denkwürdiger Abend, übrigens; sehr nett, wenn die gleichen Leute die Treppe herunter kommen, die schon vor 17 Jahren dort hinunterkamen, irgendwie flashbackig), also: Mir schoss durch den Kopf, dass Hamburg keine Stadt für Flaneure ist. Das Nichtstun ist dort nicht vorgesehen. Nichtstuern begegnet man mit Misstrauen, weswegen es sie nicht gibt und schon gar keine Institutionen, in denen sie sich berufsfähig aufhalten, z.B. vernünftige Caféhäuser; auch das philosophische Institut, der Hort der Flaneurskunst, wird von strebsamen Vielarbeitern in Button-down-Shirts bevölkert, die anderswo mindestens Volkswirtschaft studieren (es ist zum Angstkriegen). Also, in Hamburg flaniert man nicht. Nichtstuer werden Punks oder Penner, und das auch so perfekt gestylt, als stammten sie aus einem Katalog. Jaja, ich bin böse, aber es ist so.

Ich meine, nicht dass Frankfurt ein Paradies für Flaneure wäre.... außer vielleicht im Zoo.


 

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(c) Annette Leßmöllmann