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Mittwoch, 3. Oktober
(Berlin) Ach so, äh - dass Robert von Heusinger das Wirtschaftsressort der FR übernimmt, ist hoffentlich ein gutes Zeichen für die FR? Oder bereitet er sich aufs Bloggende Privatisieren vor?! Oder auf einen Job ber der FAZ?! Egal, vielleicht ist es einfach ein gutes Zeichen für die gute alte FR, dass jemand, sozusagen, Aktien bei ihr kauft, der was vom Kapitalismus versteht...
Mittwoch, 3. Oktober
(Berlin) Die Dramolette werden heute sechs Jahre alt. Helau! Wir fahren nach Berlin, unterhalten uns im Speisewagen mit einem distinguierten älteren Ehepaar, Typ Univ.-Prof. mit Gattin, über Weine ("Die Elsässer Weine sind uns inzwischen, nun ja, wissen Sie, zu süß" - ein typischer bürgerlicher Topos, nicht süß zu essen und zu trinken; das ist sozusagen ein Standesmerkmal, Nicht-süß-Esser schicken ihre Kinder nach Harvard zum Austausch und lächeln nachsichtig, wenn das offensichtlich verarmte Pärchen am Nachbartisch mit dem Kellner über ein Sonderangebot feilscht), fallen am Hauptbahnhof aus dem Zug und mitten in eine Menge Menschen, die alle den Feiertag feiern, den "Reichsfeiertag", wie der Berliner Freund ihn nennt (der türkische (?) Taxifahrer fand das lustig). Abends im Borchardt sitzen wir in der Blicklinie
zwischen dem isrealischen Botschafter und seinen Bodyguards. Keine falsche Bewegung! Um uns herum haufenweise Charakterköpfe aus der Society, wobei die Männer interessante Visagen haben und nette Schlipse, die Frauen sich aber alle mit ihrem Stilberater überworfen haben müssen - Hosen zu knapp, Schmuck zu grell, oranger Lippenstift, eieiei! Naja, Balin halt (Nicht-süß-Esser würden niemals orangefarbenen Lippenstift benutzen, harrharr.).
Dienstag, 2. Oktober
*blush*
Montag, 1. Oktober
(Mannheim) Man sollte keine Möhren schneiden und sich dabei über was ganz Anderes ärgern. Man schneidet sich dann nämlich in den Finger und blutet wie eine angestochene Sau (naja, fast so). Wer nicht hören will, muss fühlen - die Multitaskingfähigkeit nimmt nun mal ab, im Alter (ja! Im Alter! Is so.) Vielleicht war sie ja auch noch nie da, jedenfalls nicht in dem Maße, wie man sie jetzt, retrospektiv, vermutet (und vermisst). Vielleicht hat man eine Menge Dinge versemmelt, weil man meinte, alles gleichzeitig machen zu müssen, aber die Konsequenzen waren nicht so schlimm, nicht so gravierend, wie die heute, wenn man jetzt etwas versemmelt, weil man meint, alles gleichzeitig machen zu müssen. Vielleicht versenden sich die versemmelten Dinge einfach nicht mehr so leicht, heute.
Obwohl, es geht ganz gut, dass Neun-Finger-System hier am Laptop... die Kompensationsmechanik läuft auf Hochtouren. Der Finger ist so dick umwickelt wie der des Kapitän Haddock in Tim&Struppi, die Juwelen der Sängerin - "jetzt hat der Kapitän ein Wickelkind", hach wie witzisch!
Wenn ich gerade nicht tippe, halte ich die Hand hoch, um das Pochen etwas zu lindern. Meine Haltung animiert Lehramtskandidaten in meiner unmittelbaren Umgebung dann, mich aufzurufen, denn ich habe die Pose der sich ewig meldenden Schülerin.
Schöne Erfahrung auch, beim Arzt sofort drangenommen zu werden. Frisches Blut ist das stärkste Argument. Ich war schon deutlich kränker, aber weniger sichtbar krank, und musste dann die Zerberusse am Empfang der Notaufnahme erst einmal überzeugen, dass ich es wirklich, wirklich ernst meine. Blut ist besser. Auch Salvatore und seine Frau, die Abgesandten toskanisch-umbrischer Küche, die unser kulinarisches Niveau in schwindelnde Höhen gehoben haben nach der Hamburger Restaurantwüste (kleiner Seitenhieb), sie bedauern mich und bereiten ein besonders frisches, knackiges und geschmackiges Spaghetti Aglio Olio (Vielleicht heute lieber keine Spaghetti, fragt sie mitfühlend, denn wie will die Deutsche mit nur einer Hand die langen Nudeln drehen? Doch ich drehe tapfer Spaghetti mit einer Hand, es geht.) Man bewegt sich langsam, hält die Hand hoch und tut mal einen Nachmittag nur eine Sache nach der anderen.
Es gibt kaum etwas Besseres.
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