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Dienstag, 19. August
(Mannheim) Irgendwie beruhigend, dass (derzeit) niemand auf die Idee kommt, wegen Schleswig-Holstein, Schlesien, dem Elsass oder Südtirol irgendwo einzumarschieren und Leute zu massakrieren. So gesehen ist Putins kaukasische Aktion für uns ein Blick in die Vergangenheit - ein schrecklich blutiger Blick (in eine Vergangenheit, die so lang auch noch nicht her ist).

Lese derzeit übrigens "Schnee, der auf Zedern fällt", und die Kriegsbeschreibungen vom Zweiten Weltkrieg im Pazifik darin sind so, dass eigentlich alles zum Thema Krieg gesagt ist. Überhaupt ist es ein sehr gutes Buch, allerdings nichts für Obelix, der angesichts der traurigen Liebesgeschichten wieder schrecklich heulen würde (buhuhuuuuu, Asterix, ich bin ja so unglücklich!).

Sonntag, 17. August
(Berlin) Nach einiger Schufterei und zur Stärkung vor der Heimfahrt ein italienisches Frühstück im Il Syndicato. Am Nebentisch eine Schwäbin mit durchdringender Stimme, die ihre Begleitung über Banalitäten aller Art aufklärt, jeden konstruktiven Vorschlag niederredet und noch aus der letzten albernen Mottenkiste ein "Aber", ein "Nee", ein "Glaub ich nicht" vorkramt, und das alles mit neiderschmetternder Fröhlichkeit. Ihre Stimme bohrt sich in mein Hirn. Sie ist wohl eine dieser komplett ichbezogenen Lebensformen, vom Typ "mit offenen Augen durch die Welt" und "pflege das Kind in dir" und "bedingungslos meinen Weg". Jetzt gerade hindert sie mich am Eintauchen in die Architekturzeitschrift (das Lästern über Architekturzeitschriften verschiebe ich jetzt mal.) Also Flucht. Draußen ist einer von einer Wespe gestochen worden. Schon ist ein Schwabe zur Stelle, der mit durchdringender Stimme den Befehl gibt, sofort! eine Zwiebel! aus der Küche! zu besorgen! und (klatsch, Hand landet demonstrierend auf Arm) auf die gestochene Stelle zu packen. Sofort! Alles duckt sich. Ich fliehe weiter. Am Hauptbahnhof gerate ich in eine laut schwäbelnde Korona. (Was ist bloß los? Habt's ka Zuhause?!)

Freitag, 15. August
(Berlin) Die Straße "Am Tempelhofer Berg" in Kreuzberg ist eine eigenartige Straße: Auf der einen Seite ganz normal, auf der anderen Straßenseite nur Hinterhöfe. Das heißt: Es gibt auf dieser Seite keine normale Straßenbebauung, sondern nur die Rückseiten der Häuser zu sehen, die ihre Eingänge und normalen Fassaden in der Parallelstraße haben, also dem Mehringdamm. Es ist daher sehr komisch, hier entlangzuschlendern: Man läuft wie an einer aufgeschnittenen Maschine vorbei. (Ich will jetzt mal nicht die Eingeweide-Metapher bemühen.) Hölzerne Kabuffs, Fahrräder, Müllcontainer, dunkel, feucht. Oben quälen sich auf den Minibalkons ein paar Blümlein - aussichtslos, denn der Berliner Hinterhof ist, wenn er richtig schön eng gebaut ist, einfach nur dunkel. In einem der Höfe, besonders eng gebaut und tiefergelegt, unterhalten sich zwei und ein Kind spielt. Während ich durch die Sonne marschiere, stehen sie im Dunkeln, im Feuchten. Das ist sehr eigenartig.

Mittwoch, 13. August
Ein netter Artikel über eine meiner stimmungsaufhellenden Nebenbeschäftigungen: Twitter dir einen.

---schnipp

In Berlin kann man ein Seminar zum Thema "Sitzen in Absichtslosigkeit" besuchen.

---schnapp

Mittagessen im "Berlinski", Kastanienallee: Lecker fish&chips, dazu 80er-Mucke. Leider ist der Laden meistens leer, warum bloß? Was ist gegen frischen Fisch im Teigmantel zu sagen? Sind wir zu etepetete aufm Prenzlauer Berg, für Fisch im Teigmantel? (Wahrscheinlich sind die Mütter schuld. Hier wimmelt es ja vor Müttern. Und die Akademikermutter bourgeoiser Provenienz verachtet Fisch im Teigmantel, aus grundsätzlichen Erwägungen. Ihr fehlt einfach die nötige Aristokratie in Sachen Fisch im Teigmantel. Schlechtes Vorbild für die Kinder, Leute! Und übrigens kann man im Berlinski, um den Feind zu täuschen, ja auch Gemüsesuppen essen. So.)

---schnupp

Was gibt es Besseres, als nach einem fleißigen Tag im Il Syndicato einen Ramazotti mit Zitrone zu trinken, in der Zitty zu blättern und zu beschließen, gar nichts mehr zu tun? Außer vielleicht, die Titelgeschichte des Spiegel zu lesen, sogar dafür war die Laune noch gut genug. Die Titelgeschichte des Spiegel dräut daher, das Internet mache doof. Nun, äh, es ist zwar nicht das Internet, was doof macht, sondern - wenn überhaupt - die Nutzung des Internets, außerdem handelt der Artikel von viel mehr als dem Internet, nämlich auch von PowerPoint und Mobiltelefon, also geht es eigentlich nicht ums Internet, sondern um Multitasking, Umgang mit Wissen allgemein, Vortragsmethoden, Zuhörmethoden, Filtermethoden... also eigentlich um alles. Zum Multitasking wird eine Studie zitiert, in der Versuchspersonen ein Auto auf einem Bildschirm sicher durch den virtuellen Verkehr führen und gleichzeitig Fragen zu anderen Themen beantworten. Wenn sie nur "autofahren", ist ein Hirnareal großflächig aktiv, wenn sie autofahren und Fragen beantworten, sind mehrere Hirnareale kleinflächig aktiv. Schlussfolgerung des Autors: Wir können beim Multitasking überhaupt nicht so effektiv sein wie beim Monotasking, denn das Hirn setzt ja dann offenbar nicht mehr die gleichen Ressourcen ein.

Ach, echt? Großflächenbrand im Hirn gleich große Konzentration auf eine Sache, viele kleine Flackereien gleich weniger Konzentration? Ich kann nicht glauben, dass der Forscher diese platte Hirn-Aufgabe-Analogie gebracht hat. Hier muss unbedingt ein Nette an Steve her. Steve? Steeeeeeeeeeve?!

Dienstag, 12. August
(Berlin) Köstliche Blutwurst gegessen bei Brewbaker, die mit dem selbstgebrauten Bier im S-Bahn-Bogen Bellevue (Bellewü, wie der Berliner sagt). Boudin noir auf Apfelgemüse mit sehr gschmackigen Röstkartoffeln dazu. Hier soll es auch einen umwerfenden Tafelspitz geben. Brewbaker: Wir kommen wieder (man kann übrigens draußen sitzen), denn auch das Bier ist lecker und die Bedienung sehr freundlich, auch das gehört dazu.

Im Übrigen war die Abendluft in Berlin lau, ganz anders als dieses fettfeuchte Zeug, das einem kurz davor am Seddiner See um die Nase wehte. Zuviel Landluft, tränende Augen, bloß weg - denn der See ist zwar sehr schön, aber warum haben die Leute hier in einem Anfall von Postsozialismus das schöne Ufer mit aufgeschüttetem Sand verschandelt, Rasen gesät und Baumstamm-Bänke aufgestellt? Das ist doch eine Vercampingplatzung dieser wunderschönen Seenlandschaft, eine Verfußgängerzonung der Natur, schaurig schaurig.

Im angestrebten Lokal dann nur aufgebrezelte Rentner. Wir fliehen nach Berlin zurück, ab ins Brewbaker, da weiß man, was man hat. Vorher noch kurz einen Blick auf den Sonnenuntergang, traumhaft. Zwei nackte Herren entsteigen dem See, genau in meiner Sichtachse zur Sonne. Jetzt auf die Sonne zeigen und "Oh, schau mal, wie toll!" rufen - führt zu Zweideutigkeiten. Sehr lustig.

Später dann am Hackeschen Markt aus der S-Bahn gestiegen und zur "Elektrischen" gelatscht (so nannte meine Oma die Straßenbahn, ist, glaube ich, ausgestorben, zusammen mit ihr, das Wort). Jugend tummelt sich vor dem wummernden "Dante" in den S-Bahn-Bögen. (Wirkt alles unglaublich provinziell, überhaupt schockt mich der Hackesche Markt immer wieder, ich will den alten Gammel zurück, diese disneyfizierte Version des alten Scheunenviertels gefällt mir ganz und gar nicht.) Drei Russen streben der Disco zu, (Disco, ja, das ist das passende Wort, Disco Dante), alle in Pluderhosen und gestärkten Oberhemden, die über den Schultermuskeln spannen, alle vom Typ "Kann-vor-Kraft-nicht-laufen"-Gorilla. Einer flüstert in sein Handy: "Ist noch Schlange vor 'Dante'". Na, dann seht mal zu, dass ihr da reinkommt, Leute. Ein paar abgewiesene Mädels heulen schon. Meine Straßenbahn kommt. Zum Glück.

Donnerstag, 7. August
(Mannheim) Der Stern titelt "Besser leben ab 40 - das Glück der zweiten Pubertät".

Soll das ein Witz sein? Wollen die mir drohen? Nochmal Pubertät? Niemals!

Oder, halt. Wahrscheinlich haben sie Recht. Wahrscheinlich ist es nach 20 Jahren Ernsthaftigkeit endlich an der Zeit, sich wieder mal wie ein Volltrottel aufzuführen.

(Stimme aus dem Off: "Zwanzig Jahre Ernsthaftigkeit?!" [Herzhaftes Lachen])

Verlassen wir dieses Thema und wenden wir uns der Kundenbetreuungsstrategie meiner Lieblingstageszeitung zu, der Süddeutschen. Diese Kundenbetreuungsstrategie ist vorbildlich, jeder Wunsch wird mir von den Lippen abgelesen (und ich habe viele, holy moly, ständig die Zeitung woanders hinschicken undsoweiter, das ist schon eine Aufgabe). Fatal aber wird es, wenn dieses eigenartige Team auf die Menschheit losgelassen wird, das den Abonnenten überreden will, endlich mit Bankeinzug zu zu zahlen. Das geht dann so:

"Guten Morgen, Frau, äh, hm, das ist hier aber komisch geschrieben, ganz falsch, äh - Lemßmann?"
"Leßmöllmann. Ja. (Ton: professoral)"
"Ja, also, äh, Frau Leßmöllmann, Sie haben ein Abo bei der Süddeutschen, und wir haben ja zum Jahresanfang die Preise erhöht und wollen jetzt gerne, dass die Abonnenten per Bankeinzug zahlen."
"... (ein paar Sekunden Denkarbeit sind nötig, um "Preiserhöhung" und "Bankeinzug" in kausalen Zusammenhang zu bringen, eine weitere Sekunde, um zu erkennen, dass hier kein Sinnzusammenhang besteht, deswegen) JA, UND? (Deutlich professoral)."
"Nun, wollen Sie per Bankeinzug zahlen?"
"Hören Sie. Ich habe das Ihrer Kollegin vor acht Wochen schon gesagt - ich will nicht per Bankeinzug zahlen. Haben Sie das nicht in Ihrem System?"
"Nein, der Computer sagt mir..."
"Ihr Computer kann nicht mal meinen Namen richtig buchstabieren."
"Also, ich..."
"Nun, ich sage Ihnen, dass ich das nicht will, und dass ich im übrigen Ihre Anrufe auch nicht will. Haben Sie das nicht im System?"
"Nun, wir werden Sie immer wieder anrufen, denn das sagt der Computer."
"Sie belästigen mich."
""Wir belästigen Sie nicht. Der Computer sagt..."
"(Ton: eindeutig feindlich) Ich definiere, ob ich mich belästigt fühle oder nicht. Nicht Sie."
"Wir belästigen Sie nicht. Wir fragen nur..."
"(Ton: weltgeistig) Ein Computer, der die Menschheit belästigt, ist ein schlechter Computer."
"(Ton: siegesgewiss) Wir werden Sie immer wieder anrufen. Das ist im System."
"Und ich werde Sie immer wieder anschreien."
"Wir machen nur unseren Job. Schönen Tag noch."
"Ach, das auch noch?"

Das ist wirklich nicht die Frühstückskonversation, die ich mir von meiner Qualitätszeitung erhoffe. Vor allem, weil die Kollegin vor acht Wochen sich so eigenartig angestellt hat, dass ich den Eindruck hatte, ich habe es mit einem Phishing-Anruf zu tun. Ich hatte damals klargestellt, dass ich meine Bankdaten niemals an fremde Frauen gebe, die mich auf dem Handy anrufen, und bat damals darum, mir eine E-Mail zu schicken. Die kam nie. Also nahm ich an, dass hier werauchimmer an meine Bankdaten wollte, jedenfalls nicht die Süddeutsche. (Aber wahrscheinlich will niemand an meine Bankdaten, sondern dieses Callteam ist einfach, äh, ungeschult. Vielleicht rausgeworfene Redakteure, die aus Protest einen miesen Job machen?

Dann hätten sie meinen Segen.)

Mittwoch, 6. August
(Mannheim) Jacobowsky. Jacobowsky und der Oberst. Der Name endet mit einem y, das Drama endet kitschig, wir werden das Theaterstück nicht aufführen und schauen uns statt dessen Achmed, the Dead Terrorist an (I kill you!). Noch lustiger ist übrigens Jeff Dunham's Peanut: "Did I piss you off-fa fa?".

Dienstag, 5. August
(Mannheim) Jakobowsky. Mit y. Leider endet die Komödie cum Tragödie kitschig und doof. Doch kein Theaterstück zum Aufführen. Na gut.

Möchte bei der Gelegenheit doch auch noch auf diese Entdeckungen hinweisen: Der Männerchor "Hardchor" und der Weiberchor äh Damenchor "1. FC Heidelberg". Böse Texte, schöne Gesänge! Am liebsten mag ich die Verulkung des Therapie-Sprech durch "Hardchor": In sich hinspüren! Weinen, bis Blut kommt! Und die Damen singen eine bitterböse Satire auf "Ein Schiff wird kommen..." (Sehr cool. Gleich mal CDs bestellen.)

Sonntag, 3. August
(Mannheim) Zurück vom Hamburg-Bornholm-via-Rügen-Wismar-Törn. Schöne Sache. Viel Wind, viel Sonne, wilde Menschen an Bord, die segelten, während die Dramolettistin im Vorschiff schlummerte. Nachts zwölf Stunden, mittags nochmal ein Schläfchen - vacation! Erst in der zweiten Woche hin und wieder am Steuer gesessen und hin und wieder an irgendeinem Schötchen gezerrt. Und diverse Mixbiersorten getestet: Jever Chilled Orange: Hmja, naja, das ist Bier mit Ahoi-Brause, man fühlt sich sofort wieder wie mit fünf, aber das ist auch das einzig Gute daran. Becks Ice, an Bord liebevoll Mojito-Bier genannt: Hmja, warum nicht, nette Farbe, als - keine Farbe, alle Farbe rausgekürzt, schmeckt überhaupt nicht nach Bier, aber ein netter Aperitiv gegen den Durst. Jever Lime dagegen der totale Bringer, liebevoll "Sauerbier" getauft. Lecker lecker, löscht den Durst und spart einem das blöde Alster-Gemixe auf schwankenden Planken.

Dazu tapfer Schätzings "Schwarm" fertiggelesen (ich weiß schon, warum ich ihn so oft weglegte, in den letzten zwei Jahren. Unterträgliche Trivialpsychologie, und dann kommt er auch noch mit den hunderten Wörtern, die die Eskimos angeblich für Schnee hätten - Mensch, nee, ham se nich! Ham se nich, ham se nich!) Und dann sind da noch so einige Erklärungen, in Sachen Evolution, bei denen Fachleute auch zucken dürften, ach nein, also - viel Recherche ist eben auch nur dann gut, wenn auch was dabei herauskommt.

Dafür ist Jonathan Franzens "Discomfort Zone" eine klare Bereicherung der literarischen Welt. Ich liebe diesen Autor. Er verabreicht seine Erkenntnisse subkutan. Man bekommt die Einsichten sozusagen intravenös, irgendwie, ohne es recht zu merken. Müsste man unbedingt mal ein Seminar zu machen, denn diese Art zu schreiben ist auch für Wissenschaftsjournalisten eine gute Technik (und auf der Kompetenzskala in dieser Disziplin liegen Herr Franzen und Herr Schätzing auf den beiden äußersten Enden, entgegengesetzt. Schätzings Technik ist es, das Menschliche mit dem Totschläger in den Leser zu prügeln, so dass man weglaufen möchte, rette sich, wer kann. Franzen dagegen komponiert eine Fuge. Tscha. It's literature, stupid!).

Wieder in Mannheim, verfluche ich die Erfindung kurzer Jogging-Hosen, denn ein kleiner Sturz, und schon sehen die Knie aus wie in Kindertagen: Drei Tonnen Schotter drin, und Tränen, Tränen (wie gut, dass wir die Diva-Sonnenbrille tragen, so merkt's keiner). Jod, Pflaster, Selbstmitleid. Und Ärger: Blödsinn, das, mit den kurzen Hosen, fand die Dinger schon immer albern. Werde jetzt wieder die gute alte und vor allem lange Jogginghose rauszerren (auch, um dem gebeutelten Publikum den Anblick bandagierter Knie zu ersparen.) Und, BTW: Rennt ihr mal mit zwei blutenden Knien nach Hause, und ihr werdet sehen: homo homini lupus, die Artgenossen wechseln die Straßenseite und tuscheln. Pah.

Aber hier dafür ein Dramolett, das mir zugetragen wurde: Knirps von fünf Jahren stößt auf die Baustelle vor unserem Haus, verwaiste Baustelle, seit Tagen tiefes Loch und kein Bauarbeiter weit und breit. Was sagt der Knirps, mit altersuntypisch tiefer Stimme, zur einsamen Baustelle:

"Bauarbeiter! Lasst uns schaffen!"

Ich meine, wenn das kein Schlachtruf für ein realsozialistisches Plakat ist. Das könnte man doch direkt auf die VEB Stahlwerke Brandenburg sprühen! Bauarbeiter, lasst uns schaffen. (Darauf einen Dujardin. Die Älteren unter uns werden sich erinnern.)

Lese jetzt weiter "Jakobowski und der Oberst". Mehr und mehr missfällt mir dieser Jakobowski! (Ein großartiges Zitat.) Keine Ahnung, ob Curd Jürgens je eine bessere Rolle hatte als diese des antisemitischen, unsympatischen, peinlichen, hilflosen, aber offenbar mit Sex-Appeal ausgestatteten (Frauen sind sooooooooo blöd) Junkers aus Polen, des Herrenreiters, der durch die Welt taumelt, zu Pferde gegen die Wehrmacht anstinken will, ein schwarzer Don Quijote, ein großmäuliger Verlierer. Eigentlich sollte man das Stück mal aufführen. Ich bewerbe mich um die Rolle des Obersten. Die bösen Rollen sind die besten. Er fährt die ganze Zeit völlig idiotisch Auto und trinkt Cognac. Na also. (Übrigens ist "Zahn um Zahn" von 85 mit Schimanski wirklich ein großartiger Tatort. Gerade wieder gesehen. Sehr zu empfehlen; nicht geeignet für unter 16. Das waren noch Zeiten! Straßenkampf in Duisburg. Habe übrigens gerade gelernt, dass die Uni Duisburg vom Großen Kurfürsten initiiert wurde. So. Und dass der Strich-Achter so heißt, weil er 1968 auf den Markt kam. Mein Jahrgang! Großartiges Auto, allerdings in manchen Varianten etwas untermotorisiert. So wie mein Auto. Seufz. Klammer zu.)


 

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(c) Annette Leßmöllmann