Texte
  Wissenschaft
  Bildung
  Medien
  Geld
Termine
Dramolette
Skurriles
Links
Leben
Kontakt

Montag, 13. Oktober
(Mannheim) Das ist natürlich nur zu verständlich, aber die Konsequenz wäre eine deutliche Freizeitverarmung im Freundeskreis. Denn wenn sich alle aus dem Beziehungsgeschäft zurückziehen würden - was hätte das befreundete Publikum dann noch zu lachen, zu weinen oder sich das Maul zu zerreißen über die idiotischen Liebesbeziehungen von X., Y. oder Z.? Ach, wie fad, lauter Singles, die nur noch arbeiten, also nee.

Mittwoch, 8. Oktober
(Mannheim) Und auch bei Nette und Steve geht es diesmal um Autos und die Liebe.

Dienstag, 7. Oktober
(Mannheim) Angela Merkel will, dass die Menschen das Vertrauen in die Banken und den Finanzmarkt zurückgewinnen. Aber ist Vertrauen nicht etwas für Deppen? Im Kapitalismus, wie übrigens auch in der Liebe? Man vertraut einer Sache, die unberechenbar ist, weil sie so facettenreich ist, dass man sie nicht verstehen kann. Vertrauen muss man, wenn man nicht verstehen und nicht steuern kann. Es ist also eine Variante des Glaubens. Also etwas für Deppen, oder für Leute, denen es nicht wichtig ist, wenn sie gegen die Wand fahren. Was aufs Gleiche herauskommt. Nun könnte man sagen, dass ich hier "blindes Vertrauen" skizziere. Aber das stimmt nicht, denn wer vertraut, tut das, obwohl er nicht weiß, was alles passieren kann - weil er das Wesen der Bank, der er vertraut, oder das Wesen des Menschen, den er liebt, nicht durchdringt. Jedes Vertrauen ist also blind. Und damit was für Deppen. Leider funktionieren weder Liebe noch Kapitalismus ohne Vertrauen. Also sind wir alle zum Deppsein verdammt. Man könnte auch sagen, Menschsein ist Deppsein.

Deswegen ist es weise, Kenntnisse über das Deppsein und über das Gegen-die-Wand-fahren zu sammeln. Sein Vermögen verlieren und heiter bleiben, von seinem Geliebten in die kalte Wüste geschickt werden und lächeln - das ist die Kunst. Darüber zu jammern wäre ja doch erst Recht was für Deppen. Es ist im System angelegt, dass es unberechenbar ist. Vertrauen ist gut, aber eben keine Garantie, sondern eine Glaubensvariante. Sollte man sich hin und wieder klarmachen.

Sonntag, 5. Oktober
(Mannheim) Doch, doch, ein 80 mal 120 mal 78 großer Tisch passt natürlich in mein Auto. Wehe den Ungläubigen, die daran haben zweifeln mögen. (Ich werde bittere Tränen weinen, wenn dieses Auto mal in die ewigen Jagdgründe eingeht, denn welches andere Autoprodukt wird in der Lage sein, mir diesen PKW-cum-LKW je zu ersetzen? Vor allem, weil das nächste Auto ja wahrscheinlich einen kofferraumfressenden Hybridantrieb haben muss.) Nota bene: Dringend im Saab-Forum checken, was diese ständige Aufleuchterei des Motorzeichens zu bedeuten hat. (Automechaniker in der Zirkuskuppel: ratlos, um mal Alexander Kluge zu zitieren.) Sollte das mit den ewigen Jagdgründen schon so bald der Fall sein? Seufz. Ich rede über dieses Auto schon so, als sei es mein alter Hund.

Und, ja, doch, ein wenig Schadenfreude muss sein.

Freitag, 3. Oktober
(Berlin) Den Tag der Einheit würdig begehen: Arbeitend, mit Blick auf die Baumwipfel am Mehringdamm, die Touri-Rosinenbomber fest im Blick, die Füße an der Heizung, denn der Pusta-Wind weht eisig; die Freunde ergehen sich derweil in Sanssouci. Herr Nilsson, mein inzwischen deutlich altersschwächelndes schwedisches Autoprodukt, übertraf sich gestern selbst und fuhr im Anflug auf die Hauptstadt 170. Berlin, Berlin, wir wollen nach Berlin! Anschnallen, bitte, und fertigmachen zur Landung.

--- schnipp

Evelyn Roll sprach in der SZ neulich von Atavaren, statt Avataren. Atavar, Atavist! (Bovist, Linguist, Langust - I love language.)


 

2009

Dezember 2008

November 2008

Oktober 2008

September 2008

August 2008

Juli 2008

Juni 2008

Mai 2008

April 2008

März 2008

Februar 2008

Januar 2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

 

(c) Annette Leßmöllmann