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Dienstag, 20. Februar
(Madrid) Barajas ist ein imposanter Flughafen geworden. Die Fluggäste bewegen sich darin wie Murmeln in diesen Labyrinthen, die man als Kind hatte: Oben schubst man die Murmel hinein und dann wandert sie klickerdiklack durch hölzerne Eingeweide, hopst über Stufen, rollt weiter bis nach unten. In Barajas ist das genauso, nur, dass man hin und wieder über Aufzüge wieder nach oben befödert werden kann. Aber alles liegt offen da: Treppen, Lifts, Rolltreppen durchziehen die riesige Halle, über die sich eine gelbe, wellige Decke breitet. Sehr angenehm. Man wandert durch den gezähmten Raum, hoch, runter, rechts, links, und es fällt gar nicht auf, dass man ewig unterwegs ist.
Ewig. Ich schreibe im Geiste schon ein hymnisches Dramolett auf die moderne spanische Architektur, auf einen der schönsten Flughäfen, die ich kenne, da stellt sich heraus, dass zur Flughafenwanderung auch noch eine Fahrt mit dem Zug gehört: Nachdem man ewig dem Zeichen für die Kofferausgabe hinterhergewandert ist, immer tiefer, steht man ganz unten im Gebäude plötzlich auf einem Gleis, steigt in eine Art Metro, fährt durch einen Tunnel, ewig, ewig, ewig. Wie kann man einen Flughafen so bauen? Wieso diese wahnsinnigen Wege? Denn, überlege ich, die Koffer müssen ja genauso weit reisen wie ihre Besitzer, was für eine fantastische Logistik.... Und so ist es auch, angekommen im nächsten Terminal, wieder eine lange Wanderung, endlich das Gepäckband erreicht, warten wir auf die Koffer, warten, warten... Es ist schön dort in der Gepäckausgabe, sehr luftig gebaut, man fühlt sich wohl. Alle zücken ihre Handys und informieren die Lieben, eigentlich sehr nett, fehlt nur der Kellner, der einen
Maulbeerschnaps vorbeibringt. Oder einen Milchkaffee, auch für beides bliebe Zeit. Die Anzeigetafel ist dafür auf geradezu gruselige Art und Weise exakt: "Ausgabe der Koffer: 22:44", steht da. "Ende der Ausgabe der Koffer: 22:48". Das ist doch was. Der Wahnsinn hat, sozusagen, Methode. Ich bin versöhnt, lieber einen schönen Flughafen mit langen Wegen als einen hässlichen Flughafen, wie Frankfurt, mit, äh, ja, auch langen Wegen.
Dienstag, 20. Februar
(Mannheim) Panchev Mehdorn wird eigentlich nur noch durch Blogwart Mehdorn übertroffen. Die taz hat's mal wieder.
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