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sheego.com 15/2001
Ökofonds: Rendite mit Idealismus
"Grüne Wertpapiere" - sie wurden bis vor kurzem noch als Börsen-Konserven verspottet. Völlig zu unrecht. Mittlerweile gelten Ökofonds unter Profis als lukrative Anlage, als echte Alternative zu Standardwerten.
von Annette Leßmöllmann
Anlage-Expertin Susanne Kazemieh von der FrauenFinanzGruppe in Hamburg sagt, was bei Ökofonds zu beachten ist. Sie hat selbst ein Fünftel ihres Geldes in Ökofonds investiert: "Die Papiere sind eine vielversprechende Geldanlage."
Was sind Ökofonds?
Es gibt zwei Arten: Zum einen Fonds mit reinen Ökowerten. Mit Aktien von Firmen, die Umwelttechnologien entwickeln (z. B. Windkraftanlagen). Wie der spekulative Fonds "Invesco Umwelttechnologien". Zum anderen Fonds wie "Ökovision" oder "Ökosar", die umweltverträglich arbeitende Firmen aufnehmen (z. B. Software- und Kosmetikhersteller). Aber auch Banken, die Ökoprojekte unterstützen, oder Firmen mit demokratischer Unternehmensstruktur.
Woher weiß ich, dass in den Fonds wirklich Ökowerte drin sind?
Leider gibt es Mogelpackungen auf denen "Öko" draufsteht, ohne dass Öko drin ist. Drum ist es wichtig, die Beschreibungen der Fondsgesellschaften gründlich studieren. Die kriegt man direkt von der jeweiligen Gesellschaft - über den Internetauftritt - oder über eine unabhängige Anlageberaterin. Wer es ganz genau wissen will, sollte den halbjährlichen Rechenschaftsberich einer Gesellschaft lesen.
Wie wird sich die Rendite entwickeln?
Langfristig rechnet Anlage-Expertin Susanne Kazemieh mit einer Wertentwicklung von durchschnittlich etwa zehn Prozent: "Die Perspektive für Öko-Unternehmen ist gut. Die Branche hat bei dem Abwärtstrend im letzten Jahr gut dagestanden. Wenn die Stimmung bei den Technologiewerten wieder besser wird, könnte das aber zu einem kurzfristigen Abschwung bei den Ökowerten führen."
Wie risikoreich sind Ökofonds?
Reine Ökofonds investieren nur in die Ökologiebranche. Solche Branchenfonds sind immer risikoreicher als breiter streuende Fonds: Denn an der Börse kann ein gesamter Sektor abstürzen, so wie bei den Internetwerten. Weniger Risiko bergen die "nachhaltigen" Fonds, weil die ihre Werte über viele Bereiche verteilen.
Raten Sie im Moment zum Kauf?
Anlage-Expertin Susanne Kazemieh: "Ja. Ökofonds sind eine vielversprechende Geldanlage. Man sollte langfristig denken und für mindestens zehn Jahre investieren. Tipp: Immer in mehrere Ökofonds einsteigen, das streut das Risiko. Wer es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sollte auch andere Fonds dazunehmen."
Wo bekomme ich Ökofonds?
Zum Beispiel über unabhängige Anlageberater. Denn die kennen die Fondspalette, beraten auch über die Risiken und wickeln den Kauf ab. Der einmal zu zahlende Ausgabeaufschlag der Fonds enthält die Courtage; zusätzliche Kosten entstehen nicht. Die Hausbank informiert meist nicht so gut. Man kann auch (ohne Beratung) bei den Fondsgesellschaften oder über eine Direktbank kaufen.
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