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Die Zeit 37/2000
Klick, Schuss, Tod
Pitikhate Sooraksa hat seinen Roboter bewaffnet. Was will er damit? Ein Gespräch
Die Zeit: Herr Sooraksa, britische Forscher warnen vor Ihrem "Roboguard" und fordern bereits Gesetze gegen den Einsatz autonomer Roboter. Die Gefahr sei zu groß, dass solche Maschinen ihre Waffen unkontrolliert gegen Menschen richten.
Pitikhate Sooraksa: Solche Roboter dürfen selbstverständlich nur unter strengster Geheimhaltungs und Kontrolle eingesetzt werden. Ich persönlich bin überzeugt, dass das Militär in vielen Staaten - wie etwa in den USA - an diesen Robotern arbeitet. Diese Art von Forschung wird meist nicht öffentlich betrieben.
Die Zeit: Der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov hat 1940 drei Roboterregeln aufgestellt, die alle besagen: Roboter dürfen auf keinen Fall einen Menschen angreifen. Wie sollen Sie verhindern, dass "Roboguard" einen Menschen schädigt?
Pitikhate Sooraksa: Der Mensch soll auf jeden Fall die Kontrolle über den Roboter behalten. Über Passwörter und verschiedene Sicherheitsstufen verhindern wir, dass jemand den Roboter bedient, der nicht autorisiert ist. Der Roboter hat zwar einen autonomen Modus, er kann im Prinzip auch ohne menschliche Kontrolle agieren. Aber diesen Modus setzen wir nicht ein.
Die Zeit: Ihr Wort in Gottes Ohr. Warum haben Sie denn "Roboguard" entwickelt? Sie arbeiten doch auch an anderen, harmlosen Robotertypen, die für zivile Zwecke geeignet sind?
Pitikhate Sooraksa: Ein Land muss sich verteidigen können. Ich halte diesen Roboter für einen guten Beitrag zum Verteidigungssystem. Wir haben die Entwicklung als unabhängige Wissenschaftler geleistet, aber wir hoffen, die Technologie an das thailändische Militär oder die Polizei weitergeben zu können. Wir haben nicht vor, unsere Wissen kommerziell zu verwerten. Damit kann verhindert werden, dass es zum Schaden von Menschen eingesetzt wird. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, vor dieser Technolgoie zu warnen.
Die Zeit: Das scheint typisch für Wissenschaftler: zuerst ein Technik entwickeln, um danach vor ihr zu warnen. Was erhoffen Sie sich von "Roboguard"?
Pitikhate Sooraksa: Es ist aus der Sicht eines Forschers interessant, ein System zu haben, das ein Objekt als Ziel erkennen und genau darauf zielen kann. Der Befehlt zum Schuss erreicht den Roboter über das Internet. Bislang gibt es noch Probleme, weil das Netz manchmal zu langsam ist und dann zwischen Zielen und Schießen zu viel Zeit verstreicht. Eine praktische Anwendung der Technologie ist aber folgende: Wenn ein Polizist auf seinem Monitor sieht, dass eine Bank überfallen wird, kann er bislang nur zuschauen.
Das Gespräch führte Annette Leßmöllmann
(c) Die Zeit 37/2000
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